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Geschichtserlebnisraum

Vom Bauspielplatz ...

Die Einrichtung befindet sich im Lübecker Stadtbezirk Kücknitz-Roter Hahn. Das Klientel der Einrichtung besteht zu einem Großteil aus sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Für das offene Angebot zu den regulären Öffnungszeiten kommen die Besucher überwiegend aus den Stadtbezirken Roter Hahn, Dummersdorf und Alt Kücknitz, aber auch aus dem übrigen Kücknitzer Stadtteil, sowie Travemünde, dem Hochschulstadtteil oder Karlshof. In den Ferienzeiten und besonders bezüglich der Gruppenangebote für Schulklassen etc. erweitert sich das Einzugsgebiet auf den Großraum Lübeck und darüber hinaus. Die Hauptzielgruppe der Einrichtung sind Kinder und Jugendliche im Alter von  7-14 Jahren, wobei die aktuelle Altersstruktur von 3-24 Jahren reicht. Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit liegen in der Vermittlung der (regionalen) Geschichte, von historischen Handwerkstechniken sowie von Lebensformen und Verhaltensweisen.

Weitere wichtige Inhalte sind die umfangreiche Tierhaltung, Gartenarbeit und Waldarbeit als umweltpädagogische Schwerpunkte.

Des Weiteren steht der Bau- und Geschichtsspielplatz für Kindergeburtstage, Abschlussfeste, Familien- und Betriebsfeiern, sowie für historische Handwerkskurse, Lager und Feste zur Verfügung.

... über den außerschulischen Lernort ...

 Der Bauspielplatz hat sich als außerschulischer Lernort mit unterschiedlichsten Bereichen etabliert. Angefangen beim Tagesbesuch, erlebnispädagogischen Angeboten über Werkstatttage als Berufs-(früh)orientierungsmaßnahme, den handlungsorientierten Geschichtsunterricht zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten, häufig verknüpft mit naturkundlichen und handwerklichen Aspekten, bis hin zu einer regelmäßigen Zusammenarbeit mit AVJ-Klassen (Ausbildungsvorbereitendes Jahr) der Emil-Possehl-Berufsschule, dem ESF-Projekt „2. Chance für Schulverweigerer“ und dem Stadtteilnetzwerk „Kück-Netz“. Als weiterer Schwerpunkt im Bereich des außerschulischen Lernens haben sich die Jahresprojekte mit Grundschulklassen etabliert.

... zum Geschichtserlebnisraum

 Seit Eröffnung des Bauspielplatzes im Sommer 1999 beschäftigt sich der Trägerverein mit dem Nachbau frühmittelalterlicher Gebäude mit entsprechender Umwelt. Bisher sind in Zusammenarbeit mit AGIL-Büro für angewandte Archäologie aus Lüneburg, dem Archäologischen Institut der Universität Hamburg und unter Einbeziehung von Schulen, Kindergärten, Vereinen, etc. sowie den täglichen Besucherkindern ein wikingerzeitliches Grubenhaus, eine Schmiede, zwei Gärten, ein slawisches Blockhaus, ein Pfostenhaus mit angedeutetem Blockbohlenweg, ein wikingerzeitliches Langhaus, eine Holz-Stabkirche als erstes Bauwerk einer frühmittelalterlichen Klosteranlage und im zweiten Bauabschnitt eine sogenannte „Zehnt-Scheune“ als neuer Tierstall entstanden. Die Verbindung von offener Kinder- und Jugendarbeit mit Angeboten aus dem Bereich der angewandten/experimentellen Archäologie ist in Deutschland einzigartig. Eben diese Einzigartigkeit führte dazu, dass der Bauspielplatz Roter Hahn 2006 den „Paul Gauselmann Preis“ für den Bau des wikingerzeitlichen Langhauses „Elisenhof“ verliehen bekam. Der Preis wird über das Institut für Erlebnispädagogik der Universität Lüneburg europaweit vergeben. Im Sommer 2006 haben wir mit dem Bau der mittelalterlichen Klosteranlage begonnen. Der Glockenturm und die  Klosterkirche sind bereits fertig und wurden am 29.2.2008 von der Lübecker Bischhöfin, Frau Wartenberg-Potter, offiziell in den Dienst gestellt. Ebenso haben wir bereits mit der Entwicklung der Umwelt des Klosters begonnen, und 3 Waldweiden für Pferde und Rinder angelegt. In den Jahren 2009/2010 wurde einem Kooperationsprojekt mit der Schule Roter Hahn, sowie der Emil-Possehl-Berufsschule die sogenannte „Zehntscheune“ als 2. Bauabschnitt des Klosters begonnen und 2011 fertiggestellt.

In unserem Ansatz  werden Themen aus der eigenen und fremden Geschichte handlungsorientiert umgesetzt. Ziel ist es Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen ein regionales Bewusstsein zu vermitteln. Des Weiteren soll das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen als historische Normalität begriffen werden („früher: Wikinger-Slawen-Deutsche; heute: Polen-Türken-Deutsche“).

Ein Höhepunkt dieses Ansatzes bildet unser historisches Sommerfest, welches wir immer am vorletzten Augustwochenende durchführen.

Der Bauspielplatz Roter Hahn / Gechichtserlebnisraum Lübeck  versteht sich als grundsätzlich offene Einrichtung. Dies beinhaltet, dass die Angebote im Rahmen der offenen Tür nicht in Form von festen Gruppen, sondern unter dem Motto „Leben und Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen“ offen für alle stattfinden. Dabei geht es uns darum, Strukturen gemeinsamen Lebens und Handelns anzubieten, die von sich aus sozialisierend wirken und Bedingungen schaffen, in denen Kinder und Jugendliche, Jungen und Mädchen stärkende, entwicklungsfördernde Erfahrungen machen können. In unserem Konzept geht es um Strukturen, die durch konkrete Aufgaben gesetzt werden: Durch Bauarbeiten, Gartenarbeiten, Waldarbeiten, Umgang mit und Pflege von Tieren.

Aber,… was ist eigentlich ein Bauspielplatz?

Im Prinzip handelt es sich um eine weiträumige und anregungsreiche Spielfläche, die von Pädagogen betreut wird. Im Mittelpunkt steht die Eigenaktivität der Kinder, die ihre Spielmöglichkeiten selbst wählen und ihre Spielumgebung selbst gestalten können. Das Spektrum reicht von Holzhüttenbau, Feuermachen, Werken, Basteln, Malen bis zur Tierhaltung und -pflege, dem Garten- und Landbau und Planung und Durchführung von Projekten und Freizeiten.
Spielplätze dieser Art entwickelten sich zunächst in Dänemark. Der erste Platz wurde dort 1949 eröffnet und das Konzept fand rasch Verbreitung: zunächst in England und den skandinavischen Ländern. In Berlin entstand der erste Bauspielplatz 1976. Inzwischen gibt es in vielen deutschen Städten diese Form des betreuten Spielplatzes (so z.B. auch in Lübeck/Buntekuh schon seit 1979).

Der Bauspielplatz bietet ein reichhaltiges Angebot an Lernmöglichkeiten:
Zunächst verbinden sich mit dem Spiel soziale Lernprozesse: demokratische und emanzipatorische Denkweisen, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und der Kontaktfähigkeit, Regulierung von Konflikten, und Umgang mit/ Abbau von aggressiven Impulsen, Übernahme von Verantwortung, Überwinden von Rollenvorstellungen. Damit verbunden soll die Stärkung von Persönlichkeit durch die spielerischen Aktivitäten ermöglicht werden: Entwicklung des Selbstbewusstseins, Entfaltung schöpferischer Kräfte, Erfahrung von Zuneigung und Anerkennung. Nicht zuletzt geht es auch um instrumentelle Fähigkeiten: körperliches und handwerkliches Geschick, angemessener Umgang mit Tieren und der Natur, Herstellung von Objekten, angemessener Umgang mit Handwerkszeug.

Kinder brauchen solche Plätze, auf denen sie selber etwas tun, eigene Ideen verwirklichen, Hütten bauen, mit Tieren umgehen, an einem Lagerfeuer sitzen können.

Wir, d.h. der gemeinnützige Verein "Bauspielplatz Roter Hahn", möchten den Kindern im Lübecker Stadtteil Kücknitz einen solchen Raum zum Austoben ihrer Phantasie ermöglichen.